Montag, 08. März 2021

Ein Klassiker geht immer

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Mathis Wichert ist der Sieger des diesjährigen Vorlesewettbewerbs des Rhein-Pfalz-Kreises. Mit sechs weiteren Schulsiegern liest er im Maxdorfer Lise-Meitner-Gymnasium um die Wette.

Im Gespräch mit der RHEINPFALZ verriet der 12-Jährige, wie er sich vorbereitet hat und warum er sehr gezielt einen Klassiker der Jugendliteratur als eigenen Text gewählt hat.

In diesem Jahr waren es im Rhein-Pfalz-Kreis noch mehr Schulen, die beim Vorlesewettbewerb mitgemacht haben. In der zweiten Runde haben sie ihre Schulsieger ermittelt, die jetzt in Maxdorf angetreten sind. Es ist das dritte Mal, dass der Wettbewerb kreisweit in der  Schulbibliothek ausgetragen wird. Erst waren es drei, dann vier Schulen, jetzt sieben, die mitgemacht haben. „Wir freuen uns sehr, dass das Interesse wächst“, sagt Literaturpädagogin Christiane Sommer, die am Lise-Meitner-Gymnasium arbeitet und zusammen mit Uschi  Maslowski den Wettbewerb organisiert. Damit sind schon fast alle weiterführenden Schulen des Kreises beim Wettbewerb dabei, zwei fehlen noch. Bundesweit ist es der 61.Wettbewerb.

Mathis Wichert hat zuerst an seiner Schule, dem Lise-Meitner-Gymnasium gewonnen, ist jetzt Kreis-Sieger und wird am 20.April in der Stadtbücherei Ludwigshafen am Bezirkswettbewerb teilnehmen. Dann geht es um den Vergleich auf Landesebene. Die Landessieger werden  für drei Tage nach Berlin eingeladen, wo das Bundesfinale stattfindet. Dort gibt es ein großes Programm mit Stadtbesichtigung und der Bundessieger bekommt noch einen Gutschein, für noch mehr Bücher.

Die sieben Schulsieger durften Eltern und Freunde zum Kreis-Wettbewerb mitbringen, der in der Bibliothek des Lise-Meitner-Gymnasiums stattfand. In zwei Runden sollte eine Jury den Sieger finden. Zuerst durften die Kinder aus einem selbst gewählten Buch vorlesen. Dann bekamen sie nach einer kurzen Pause einen unbekannten Text, den sie ohne Vorbereitung „vom Blatt“ lesen sollten.

In der Jury waren Nadine Mehner und Gabriele Danbach von der Stadtbibliothek Ludwigshafen, Sarah Erren und Lana Decker, Lehrerinnen an der Justus-von-Liebig-Realschule Plus in Maxdorf, und Carmen Winkler vom Maxdorfer Buchladen. Die ungerade Zahl der Jurorinnen  sollte eine Entscheidungsfindung erleichtern. Auch in diesem Jahr sei die Kür eines Siegers nicht leicht gewesen, berichtet Christiane Sommer, die als Beobachterin bei der Entscheidungsfindung dabei war. Das zeige, dass das Niveau hoch sei.

Die Richterinnen vergaben Punkte für Lesetechnik, Interpretation und Auswahl der Textstelle aus dem mitgebrachten Buch. Die Kriterien werden für die Juroren vom bundesweiten Veranstalter vorgegeben: Das ist der Börsenverein des deutschen Buchhandels, der damit Kinder zum Lesen motivieren will.

Beurteilt wird Lesetechnik, also ob jemand flüssig und deutlich spricht, dem Sinn entsprechend Pausen macht und betont. Versprecher werden nicht gewertet. Dann geht es um Interpretation. Wird die Stimmung der Szene vermittelt, werden Atmosphäre und Handlung den Zuhörern deutlich? Beim eigenen Text wird auch beurteilt, ob die Vorgabe von drei Minuten eingehalten wird und ob dafür eine Szene gelesen wurde, die verständlich ist und Interesse am Buch weckt.

Teilnehmer waren: Marlon Trivunow (Paul-von-Denis-Realschule Plus Schifferstadt), Marlene Armbrüster (Paul-von-Denis-Gymnasium Schifferstadt), Lola K. Hochgesang (IGS Mutterstadt), Zoe Sebastian (Justus-von-Liebig-Realschule Plus Maxdorf-Lambsheim), Raman Ari Toprah (Realschule Plus Bobenheim-Roxheim), Leah Ruppert (Realschule Plus Dudenhofen) und Mathis Wichert.Er hat als eigenen Text „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner gewählt. „Ein Klassiker geht immer und es sind bestimmte Ausdrücke drin, die etwas schwieriger sind“, sagt er und erklärt, dass er durch die höhere Schwierigkeit einen guten Eindruck machen wollte. Die Eltern, Lutz Wichert und Stefanie Krahnenfeld, sind stolz. Sie berichten, dass sie viel mit Mathis gemeinsam lesen. So haben alle die Harry Potter Bücher gelesen, um gemeinsam darüber sprechen zu können. Und Mathis habe seinen Wettbewerbstext auch öfter vorgelesen und Tipps bekommen.

Text: Gereon Hoffmann, Freier Journalist
Veröffentlicht am 07.März 2020 in der RHEINPFALZ

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