Montag, 08. März 2021

Götter, Geister und Ganoven

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Den Vorlesewettbewerb des Kreises konnte Mathis Wichert für sich entscheiden-wie auch den Bezirkswettbewerb.

Auf Landesebene wurde der Fan von Fantasy-Romanen geschlagen, doch das nimmt er sportlich. Ausgetragen wurde der Wettbewerb digital.

Mit Erich Kästners Kinderbuch-Klassiker „Emil und die Detektive“ hatte sich der damals noch 12-Jährige Anfang März beim Vorlesewettbewerb des Rhein-Pfalz-Kreises am Maxdorfer Lise-Meitner-Gymnasium vorgestellt und auch mit dem folgenden Überraschungstext die Jury überzeugt.

Der Vorlesewettbewerb wird seit 61 Jahren vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgetragen. Schüler der fünften und sechsten Klassen können mitmachen. In der ersten Runde wird ein Schulsieger ermittelt, dann ein Kreissieger, wie im Frühjahr in Maxdorf. Da hatte Mathis gewonnen.

Die nächste Runde sollte in der Stadtbücherei Ludwigshafen stattfinden. „Da leihe ich öfter aus, das wäre kein Neuland gewesen“, sagt Mathis dazu. Doch es kam anders: Wegen der Pandemie wurde der Wettbewerb zu einem späteren Termin und auf andere Art abgehalten: Die Teilnehmer sollten einen Text lesen und sich dabei per Video aufnehmen.

Mathis wählte für seinen Beitrag eine Szene aus „Bartimäus – Das Amulett von Samarkand“. „Das ist eine extrem witzige Jugendbuchreihe, die ich sehr empfehlen kann“, sagt er dazu. Bartimäus ist ein 5000 Jahre alter Geist, der mit dem Zauberlehrling Nathanael Abenteuer erlebt, die in drei Bänden erzählt werden. Mathis las seinen Eltern Szenen vor, zusammen wählten sie eine aus und Papa und Mama richteten für ihn Beleuchtung und Aufnahme ein. Dann las er ein paar Mal, und zusammen suchten sie die beste Version aus, erzählt er. Damit gewann er auch den Bezirkswettbewerb und qualifizierte sich für den Landeswettbewerb.

Dafür las er aus „Percy Jackson – Diebe im Olymp“. Darin geht es um griechische Götter, die in unserer Zeit auftreten. In weiteren Bänden gehe es noch um andere Helden, wie etwa die nordischen Götter. „Ich mag Fantasy-Romane, ich denke mir auch selbst solche Figuren aus und zeichne sie oder baue sie aus Lego“ sagt Mathis. Mit einem guten Gefühl schickte er wieder ein Video – doch gewonnen hat jemand anders. Aber das nimmt er mit großem Sportsgeist: „Es kann ja sein, dass jemand einfach besser gelesen hat. Es gibt immer jemanden, der noch besser ist, weil niemand perfekt ist“, sagt der 13-Jährige.

Leider werde das Siegervideo nicht gezeigt, das hätte ihn interessiert. Er hätte auch gerne wieder an einem Wettbewerb teilgenommen, doch die Bibliothekarin des LMG, Literaturpädagogin Christiane Sommer, habe ihm gesagt, es gebe keine Wettbewerbe mehr für seine  Altersklasse. Aber Mathis liest trotzdem, wann immer es geht: „Wenn mir ein Buch gefällt, nehme ich es in die Schule mit und lese in der Mittagspause weiter.“ Gerade hat er die „Fox Runner“ Reihe angefangen – natürlich wieder ein Fantasy-Roman.

Termin: Das Bundesfinale wird am Mittwoch, 25.November, ab 14:30 Uhr per Livestream übertragen auf www.vorlesewettbewerb.de/finale.

Text: Gereon Hoffmann, Freier Journalist
Veröffentlicht am 25.November 2020 in der RHEINPFALZ

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