Donnerstag, 05. Februar 2026

Herzchen, Rollstuhl und Bleigewichte

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16 Berufe im Sozial- und Gesundheitswesen: Info-Veranstaltung Klasse 9

„Vielleicht sind ein paar von euch bei uns geboren worden – bei uns kommen täglich zehn Kinder zur Welt“, sagt Frau Münchbach vom Diakonissen Speyer. Die gelernte Hebamme erklärt, dass es sich in Speyer um die drittgrößte Geburtshilfe Deutschlands handelt – und um den drittgrößten Arbeitgeber der Region mit rund 6.000 Jobs, zum Beispiel in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen.

Insgesamt 16 Berufe im Sozial- und Gesundheitswesen sowie die Ausbildungswege dorthin stellen Frau Münchbach und weitere fünf Referentinnen und Referenten den gut 120 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe am Morgen vor der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse vor: Medizinische Fachangestellte, Operationstechnische Assistenz, Physiotherapeutin und viele mehr. Die Info-Veranstaltung stellt den Abschluss einer Woche dar, die ganz im Zeichen der Berufsorientierung stand. Durch Frau Lüderssen von der Bundesagentur für Arbeit hatten die 9. Klassen im Laufe der Woche bei einem vierstündigen Workshop bereits viel über mögliche Wege nach dem Abitur erfahren und sich mit für sie interessanten Studiengängen und Berufsfeldern auseinander gesetzt.

Das Schöne bei all diesen Berufen, in denen man sich für Andere einsetzt, sagt Frau Münchbach in der Mensa zum versammelten Jahrgang: Ein Erzieher begleitet Kinder in der KiTa über viele Jahre, eine Physiotherapeutin hilft einem Menschen nach einem Unfall, wieder laufen zu lernen. Sie selbst treffe gelegentlich junge Erwachsene, die sie als Hebamme damals mit auf die Welt gebracht habe. Kurz gesagt: „Man hat einen Beruf, der einem total viel zurückgibt.“

Hinzu kommt, dass Menschen in den Berufen im Sozial- und Gesundheitswesen laut des Online-Tools „Job-Futuromat“ der Bundesagentur für Arbeit auch in den kommenden Jahrzehnten kaum bis gar nicht durch Maschinen oder Roboter ersetzt werden können – die Automatisierbarkeit beim Beruf Hebamme liegt bei 0%, während die Arbeit in anderen Branchen fast vollständig ohne Menschen verrichtet werden kann: Bei einem Bankkaufmann zu 80% und bei einer Lagerlogistikerin oder Verkäuferin sogar zu über 90%. „Im Sozialen Bereich“, fasst Frau Münchbach zusammen, „weiß ich hingegen, wie mein Job in 30 Jahren aussehen wird“ – und dass dann nach wie vor in erster Linie Menschen dort arbeiten werden.

Spiele, Bewegung, Naturerfahrung: Dies werden auch in Zukunft typische Aufgaben eines Sozialpädagogischen Assistenten oder in der Sozialassistenz sein, erklärt Frau Ottinger. Beide Ausbildungsgänge könnten die in der Mensa versammelten Schülerinnen und Schüler schon nach der 9. bzw. nach der 10. Klasse beginnen. Nach dem Fachabitur oder dem Abitur könnten sie zum Beispiel eine verkürzte Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher machen.

Doch wie fühlen sich eigentlich die Menschen, mit denen im Sozial- und Gesundheitswesen gearbeitet wird? Dies können die Schülerinnen und Schüler in einer heute besonders kurzweiligen Frühstückspause herausfinden: Einige probieren sich am Rollstuhl-Parcours aus, andere werden mit rund 20 Kilogramm Gewichten behängt und erleben so am eigenen Leib, wie es älteren Mitmenschen, deren Muskelkraft langsam schwindet, etwa beim Gehen ergeht. Auch moderne Krankenhausgeräte können die Schülerinnen und Schüler ausprobieren, oder Bastel- und Geschicklichkeitsspiele, wie sie von der KiTa bis in die Altenpflege zum Einsatz kommen. Besonders beliebt bei den Schülern heute: Origami-Herzchen falten. Anderen eine Freude zu machen ist eben nicht nur einmal pro Jahr am Valentinstag schön.

-> Ausbildungsseite Diakonissen Speyer
-> Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

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