Was ist Informatik?

„Du bist doch Informatiker! Ich habe da ein Problem mit meinem Rechner ...“

So oder so ähnlich werden Informatiker*innen immer wieder angesprochen. Dies ist in etwa vergleichbar, als wenn man einen Physiker mit Spezialgebiet Kernkraft frägt, ob er denn mal nach dem Motor des Autos schauen könne. Man versucht dann, den Fragenden zu erläutern, dass ein Informatiker kein Anwendungsbetreuer ist, stößt damit jedoch oft auf fragende Gesichter (auch wenn es Informatiker gibt, die sich mit speziellen Anwendungen auskennen, so wie es sicherlich Kernphysiker gibt, die zu Hause in ihrer Freizeit an Autos rumschrauben …).

Das Bild von Informatik als (ingenieurmäßige) Wissenschaft in Abgrenzung zur Bedienung von Rechnern entwickelt sich nur sehr langsam in der Bevölkerung und dies in einer Zeit, in der der Bedarf an Informatiker*innen politisch und gesellschaftlich immer deutlicher in den Fokus rückt. Begriffe wie „Künstliche Intelligenz“ und „Sicherheit von Informationstechnik“ sind allgegenwärtig und nur die Wenigsten wissen, worum es überhaupt geht.

Ziel des Informatikunterrichts ist es, das Bewusstsein für Informatik als die Lehre „von der systematischen Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Übertragung von Informationen, besonders der automatischen Verarbeitung mithilfe von Digitalrechnern“ [Duden Informatik A - Z, Duden 2006] zu fördern.

Die Schulinformatik vermittelt Grundkenntnisse in allen drei Themenbereichen der Informatik:

  • Praktische Informatik
    u. a. Information und ihre Darstellung, Datenstrukturen, algorithmisches Problemlösen und Programmierung, Datenbanksysteme
  • Technische Informatik
    u. a. Vernetzung von Rechnern, Protokolle und Schichten, Aufbau und Funktionsweise von Digitalrechnern
  • Theoretische Informatik
    u. a. deterministische endliche Automaten, Graphen, Grammatiken und Sprachen, Grenzen der Berechenbarkeit

Eine besondere Herausforderung stellt innerhalb der Praktischen Informatik das Themengebiet „Informatik und Gesellschaft“ dar, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. "Informatik und Gesellschaft" setzt sich damit auseinander, wie Informatik die Gesellschaft beeinflusst, aber auch wie sich umgekehrt die Gesellschaft auf die Informatik auswirkt. Beispielsweise ist die Diskussion der Notwendigkeit einer Ethik für Informatik zwar nicht neu (vgl. z. B. Joseph Weizenbaum), jedoch angesichts aktueller technischer Entwicklungen so wichtig wie nie zuvor.

Einen guten Überblick über die Themen der Informatik bietet unter anderem die Seite inf-schule.de, die in weiten Teilen auch als Lehrbuchalternative im Informatikunterricht eingesetzt wird.

Th. Müller

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